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MitGift - ein Kabarett-Solo von
Rosa K. Wirtz
Existenzsichernde Maßnahmen für Sie und Ihn
Seien wir doch mal ehrlich: Wir waren doch alle schon mal allein - der
Unterschied ist nur, ob freiwillig oder erzwungenermaßen. Wenn AlleinStehendSein
für Sie nur eine vorrüber-gehende Erscheinung sein soll, dann
gehen Sie doch mal wieder inīs Theater. Schauen Sie sich ruhig mal um.
Singles gehen gern unter Menschen.
Das neue Programm von Rosa K. Wirtz ist jedenfalls für alle da:
Für den aufstrebenden jungen Mann, der sich fragt, wie er das Herz
und das Portemonaie einer reichen Frau erweichen kann. Für die gereifte
Dame, die Dank einer neuen Jungbrunnen-Theorie auf dem Heiratsmarkt endlich
wieder für eine angemessene Alterssicherung sorgen kann. Und auch
der frisch geschiedene und haushaltsunerfahrene Mittvierziger muß
nicht unbedingt mehr ein Problemfall sein. Aber fragen Sie sich nicht
auch manchmal, warum Tiere beim Kopulieren immer so traurig aussehen ?!
Und was hat das alles mit Angela Merkel und Edmund Stoiber zu tun?
Ja, es gibt sie noch, die gute, alte Liebe - die dann in der Ehe endet.
Und wenn man einmal "Ja" gesagt hat, dann kommt das Kleingedruckte überdeutlich
daher. Probieren Sieīs doch mal mit Ehehygiene! Und wenn das nicht hilft,
lassen Sie Ihren Mann mal nackt- putzen. Damit wenigstens die Wohnung
sauber ist.
Rosa K. Wirtz steht für fein-sinnliches und innovatives Kabarett.
Nach ihrer rasanten Kabarett-Performance "HerzDosen" (Kabarettpreis "St.
Ingberter Pfanne" 1994 und Förderpreis des Deutschen Kleinkunstpreises
1995), der hochgelobten und mit den besten Kritiker-Referenzen versehenen
"Frau König" (Kabarettpreis "Memminger Maul" 2000) und dem gefeierten,
geschmacklosen "Suppenhuhn"-best-off-Programm kommt jetzt die "MitGift"
auf die Bühnenbretter. Mit Sicherheit greift Rosa K. Wirtz wieder
voll in ein Frauen-leben, das von hohen Erkenntnissen und niederen Trieben
nur so überquillt.
Ein neues Kabarett-Solo, wieder mit viel Wirtzīschem Witz und garantiert
auch mit Gift!
Und das schrieb der Kölner Stadtanzeiger am 16.12.2000 über
MitGift:
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Rosa K. Wirtz neues Stück "MitGift" läuft auf vollen Touren.
Das sagt die Presse:
Vorpremiere von Rosa K. Wirtz in Tauberbischofsheim mit ihrem neuen
Stück "Mitgift"
Ein 'lustiges Huhn', das zu gerne die vornehme Dame spielen möchte
- so könnte man den Typus, den Rosa K. Wirtz auf der Bühne verkörpert,
etwas verkürzt auf den Punkt bringen. Am Freitag gastierte die Kabarettistin
mit der Vorpremiere ihres neuen Programms 'Mitgift' erfolgreich im wiedereinmal
ausverkauften 'Engel - Saal des Kunstvereins Tauberbischofsheim.
Tastend und vorsichtig, jeder Zoll eine Möchtegern - Lady, so windet
und schlängelt sich dieses leicht skurile Frauenzimmer zumeist auf
der Bühne, dezent flötend und zwitschernd, mit süß
gespitztem oder vielsagend gekniffenenm Mäulchen, gesenkten Lidern,
ironisch und verdrehten Augen, und anmutigen Gesten Distinguiertheit um
jeden Preis demonstrierend. Sie nähme sich ausnehmend gut als Verkausleiterin
in der Porzellanabteilung eines Warenhauses oder als Benimmlehrerin in
einem Pensionat für 'höhere Töchter' aus. Wenn sie freilich
ins Plaudern, Träumen und Klagen gerät über alle die Themen,
die seit eh und je und - aller Emanzipation zum Hohn - auch heute noch
das Leben einer Normalfrau bestimmen, und das reicht von zeitlosen Herzensproblemen,
vom Heiraten und Geheiratet werden bis hin zu echten Intimitäten
wie Krampfader - Verödung, dann fließt freilich ein feines
Giftrinnsal aus unbekannten Drüsen und frisst Sprünge in die
glatte, porzellanhäutige Damen - Fassade.
Freilich ist auch dieses sorgfältig vergiftete Geflöte wiederum
nur ein Spiel, dass die Kabarettistin mit ihrem vorwiegend weiblichem
Publikum spielt und hinter dem man hin und wieder augenzwinkerndes 'Wir
verstehen uns schon' ahnt. Wenn Rosa K. Wirtz in ihrem aktuellem Programm
sich wieder einmal mit den von altersher vorgegebenen Rollenmustern und
Verhaltensklischees ihres Geschlechts auseinandersetzt, mit dem Problem,
in einer immer diffuseren und widersprüchlicheren Gesellschaft die
eigene Identität zu finden und dazu noch ein kleines Stückchen
vom großen Glückskuchen zu ergattern, dann wirkt sie auf eine
sympathische Weise altmodisch.
Das verdruckste und auftoupierte 'späte Mädchjen', das sie in
zwei Nummern gibt in einem knielangen Rock aus der Zeit um 1960, in beknickter
und begossener Haltung und mit hängenden Armen ihre ineinander verflochtenen
Finger quälend, ist eigentlich eine historische und mittlerweile
von nostalgischem Charme umflossene Figur, und dennoch von eigentümlicher
Lebenswirklichkeit, dann man meint, so einer Person erst gestern begegnet
zu sein - und sei es auch nur in einem alten Film. Und auch die 'beste
Freundin' mit ihrem breithandigen Paradisvogelhut, die Zigarette in der
einen und das Sektglas in der anderen Hand, die halb mitleidig, halb heuchlerisch
und düster - schadenfroh die Lebens - das heißt Heiratsperspektiven
eines 'Luxusweibs' jenseits der 40 - Jahre - Schallmauer ('Reich gefreit
hat nie gereut') reflektiert, ist ein Typ, wie er sich seit über
50 Jahren am Rande der Rennbahn von Iffezheim und im Baden-Badener Casino
praktisch gleich geblieben ist. Kabarett von gestern also? Doch nicht,
denn das 'Ewig - Weibliche' und die 'Suche nach dem Richtigen', das Rosa
K: Wirtz in ihrem neunen Programm wieder leichthändig auf die Schippe
nimmt, ist eben wohl doch zeitlos aktuell.
Und die Herren der Schöpfung, die an diesem Abend im 'Engel' - Saal
überraschend zahlreich vertreten waren, obwohl sie doch sonst bei
bestimmten Formen weiblichen Witzes und weiblicher Ausgelassenheit eher
mit Fluchtreflex reagieren, kamen ebenfalls glimpflich davon. Sie jedenfalls
mußten an diesem Abend nicht verlegen schwitzen und sich vor komischen
Anschlägen auf ihre empfindlichsten Schwachstellen fürchten,
da die feinen Bosheiten, doch nie Bösartigkeiten von Rosa K. Wirtz
sich ohnehin vornehmlicher an das eigene Geschlecht richteten und dabei
immer mit einem guten Schuss Mitgefühl mit dem Menschlich - Allzumenschlichen
auf beiden Seiten versetzt waren. Kabarett mit Frau Rosa bedeutet immer
auch ein Stückchen Lebenshilfe.
Fränkische Nachrichten, TBB 13.11.00
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Prima Premiere von Atelier-Chefin Rosa K. Wirtz.
"Giftiges Gas statt wilder Ehe"
Nach zehn Jahren wilder Ehe hat Kabarettistin letztes Jahr geheiratet.
Anlass für die Chefin des Atelier-Theaters, mit ihrem neuen Programm
'Mitgift', das am Montag ausverkaufte Premiere feierte, den Aspekt 'Ehe'
unter die Lupe zu nehmen. Alte Rosa-Fans mögen zunächst die
Hintergründigkeit früherer Programmen vermissen. Das ist aber
so beabsichtigt: "Ich wollte das die Leute mal lachen können - und
nicht erst denken müssen, um dann zu schmunzeln." Das ist ihr auch
gelungen - es gibt jede Menge guter Gags!
(mab) Express, Köln 15.11.2000
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Rosa K. Wirtz kümmert sich in ihrem neuen Programm um die 'MitGift'
"Gummibärchens Glück"
Ein Besteckkasten, erzählt Rosa K. Wirtz, sei alles was ihr von
ihrer Mitgift geblieben ist. Der Rest wurde auf dem Flohmarkt verscherbelt.
Denn wenn sie auch mit 21 schon komplett 'ausgesteuert' war, genutzt fürs
Verliebt - Verlobt - Verheiratet - Kinderkriegen - Glück hat ihr
das wenig. Der Liebe Leid und wenig Freud ist Thema ihres vierten Soloprogramms
'MitGift'.
Unter der Regie von Marion Kannen erläutert Wirtz als reiche Schickse
Männer - Fang Strategien oder bügelt als frustrierte Hausfrau
den Hochzeitsschleier; sie sinniert über Ehemänner ("Wollen
immer nur das eine: ihre Ruhe") und züchtet schon mal im heimeigenen
Kulturenpark Ersatzorgane gegen Altersverfall. Höhepunkt des Programms
als perückentragende Mutti im rosafarbenen Doris Day - Kostüm.
Mit hinreißend naiver Komik erzählt Rosa K. Wirtz als vernachlässigtes
'Schatzi' dann von ihrem Abend-Abi mit Schwerpunkt Beziehungslyrik oder
von ihren Aktivitäten im Verein zur Verzögerung der Zeit. "Denn
das Leben ist ein wilder reissender Strom - und ich sitze lieber am Ufer".
Zwischen diesen skurrilen Kunstfiguren präsentiert Rosa K. Wirtz
Chansons, coole Raps oder einfach nur Gehauchtes übers Singel-und-Zu-zweit-Sein.
Und natürlich ergänzen die schon Tradition gewordenen Stummfilme
(Super8) das Bühnen - programm, die wie in alten Zeiten viel zu ablaufen
und jeder Bewegung Comic - Charakter geben. Böse sarkastisch werden
hier Heiratskitsch und Liebestrieb etwa mit zwei Gummibären nachgespielt,
die im Topf zu einer schleimigen Pampe verschmolzen werden.
Politische Themen finden in ihrer Beziehungskisten-Show nur als kleiner
Seitenhieb ab und zu mal Platz, und mancher steuert etwas ziellos im absurden
Terrain um die Pointe herum. Doch einfach großartig, ist die Leiterin
des Atelier Theaters als Darstellerin. Man möchte keines dieser ständig
wechselnden Gesichter verpassen. Ihre Mimik ist weit mehr als bloß
clowneskes Fratzenschneiden, denn mit jedem Ausdruck vermittelt Rosa K.
Wirtz eine ganze Gefühlspalette: Sie kann mit runden braunen Augen
im kleinen Kopf berührend und verletzlich und traurig aussehen und
alles Lächerliche verlieren. Im nächsten Moment legt sie ihr
Gesicht grotesk in tausend Falten oder sie lässt erotisch, schön
und verführerisch die Lippen schwellen - und jeder glaubt ihr sofort,
dass "MitGift" gar nicht so böse gemeint ist, sondern "gift" (englisch)
doch eigentlich ein Geschenk sei.
(Nicole Strecker) Kölnische Rundschau, 15.11.2000
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