Für spezielle Frauen-Anlässe
zeigt Frau Wirtz ihre

FRAU KÖNIG

gerne immer wieder!

Das III. Soloprogramm "Frau König" gelangte im Januar 1997 zur Premiere im Atelier Theater/Köln. Im Laufe der Jahre ist es zu einem wunderbaren, feinsinnig-skurrilen Kabarett-Stück gereift, das bundesweit nur die besten Kritiken bekommen hat. Lesen Sie dazu auch die nachfolgenden Pressebesprechungen.

Für dieses Programm wurde Rosa K. Wirtz am 06.04.2000 bei den 2. Memminger Kabarett-Tagen mit dem "Memminger Maul" ausgezeichnet. Den Pressetext zu "Frau König" finden sie unter Presseinfo.



Oltner Cabarettage (Schweiz, Mai 1999)

Oltner Tageblatt / 31.05.99, Dora Meschini

Es lebe „Frau König“!

Am Freitag triumphierte Rosa K. Wirtz

Am sogenannten „Müsterchenabend" präsentierten sich zwei Damen mit total verschieden geschliffenen Zungen: Petra Förster und Rosa K. Wirtz. Einen dritten markanten Kontrapunkt setzten die begabten jungen „Herren Thiel und Sassine".

Der Freitagabend ist die Quintessenz der Oltner Cabaret-Tage. Die Schlag auf Schlag folgenden Programmauszüge bilden ein Wechselbad aus völlig unterschiedlichen Kabarett-Essenzen. Man vergleicht sie lustvoll und erkennt dabei sehr schnell seine liebsten Kabarett-Spielarten.

Dieses Jahr sorgten Petra Förster aus Bayern und die Kölnerin Rosa K. Wirtz für einen spannenden Kontrast. Beide fokussierten den postfeministischen Geschlechterkampf. Petra Förster im schwarz-gallig überzeichneten Nummernkabarett „Mit den Waffeln einer Frau"; Rosa K. Wirtz als leichtfüssig über alle Schwarzweiss-Klischees hinwegeilende „Frau König".

Das Publikum liess sich die Förster-Geschichten von Gattenmord, Organhandel und Samenbank-Überfall freundlich gefallen und kam erst bei „Frau König" so richtig in Stimmung. Zeitgeist oder Geschmacksfrage? Sicher ist, dass Rosa K. Wirtz als negligégewandete Spinnerin auf ihrem Luftmatratzenthron all jene betörte, welche die aufregende Mischung von sinnlicher Parodie und Selbstironie zu schätzen wussten. Während Förster Machtspiele zwischen Mann und Frau zu entlarven suchte, indem sie zum Beispiel als Frau Chefin einen Mann auf Sex-Tauglichkeit hin befragte - entzog sich „Frau König" dieser altbekannten Umkehrung und verkündete mit aufgeregter Tremolostimme, was ein Mann hinterlässt, um auswärts nach Höherem zu streben: nichts als „einen warmen Furz". Nicht weniger anschaulich demonstrierte sie, was ihr die esoterikgeschwängerten Therapien und Workshops wert sind. Nichts als...

Nichts als Schaum

Letztlich ist die im Gestus einer überdrehten Ausdruckstänzerin karikierende Wirtz viel aufregender als ihre ernsthafte Kollegin mit ihren braven Waffe(l)n- und Kalorien-Bomben-Wortspielen. Wirtz knetet die Worte, spielt mit den Vokalen. Zum Beispiel macht sie lautmalerisch deutlich, was uns Menschen – Männer und Frauen – antreibt und fertigmacht: der Neid. Deshalb ist ihre Figur immer nur eine Frau König und nie eine Königin, während Herrn Königs Insignien der Macht nichts als Schaum sind. Und wenn diese ulkige Frau fast nebenbei „le roi c`est moi" in „la royeuse c`est meuse" abwandelt, macht sie genau das, was Petra Förster mit ihrer geilen Frau Chefin macht. Nur viel raffinierter. Noch etwas: Rosa K. Wirtz verkörpert wunderschön, was sie dem Publikum zum Abschied wünschte: „Nehmen Sie sich nicht so wichtig."

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Die Premiere - vom Winde verweht. (Das Sturmtief) Xylia legte einen Baum quer über die Autobahn, Rosa K. Wirtz saß fest im Stau, und das Publikum im (Münchner) Hinterhof-Theater wartete vergeblich auf "Frau König". Anderntags präsentierte die Kabarettistin aus Köln ihr neues Programm mit voller Power - der Sturm tobte immer noch, und deshalb schaute kaum einer zu. Schade, denn dieses wetterbedingte Privatissimum bereitete überraschend grosses Vergnügen.

Rosa Kapunkt Wirtz erweist sich als spielgewitzte, formbewußte Kleinkünstlerin. Ihre ziselierten Texte sind mit feiner Ironie gewürzt, ihr Ringen um majestätisches Handeln illustriert sie augenzwinkernd charmant mit komischen Verkleidungen - Frau König als ideale Volksvertreterin. Sie will, so sagt sie, nicht mehr Frauchen sein, weil das an ein Hundeleben gebunden sei; sie will´s als Herrchen versuchen, will sich die Krone der Schöpfung auf´s Haupt drücken. Dabei schaut sie so anrührend in die Weite des Raums, als könne sie sich dadurch die Approbation für eine Thronkarriere sichern.

Nie wird sie laut oder überdeutlich. Für die alte Politik mit den neuen Darstellern hat sie gerade mal ein paar geistreich-mitleidige Nebenbemerkungen übrig. Und schon schwebt sie wieder leichtfüßig über die Bühne, angetrieben von dem nie endenden Versuch, dem ewig Weiblichen Flügel zu verleihen. Ach, einmal auf der Titelseite eines der Magazine zu landen und doch nicht den ganz kleinen, die Männer noch nicht verstörenden Ansatz zur Emanzipation dafür aufzugeben - das wär´s. Einfach weiblich (das Wort herrlich verbietet sich hier !), wie Rosa K. Wirtz ihr kurzes Leben auf der kleinen Bühne als "Frau König" im Rhytmus der Spannungsschwankungen hält zwischen Ohnmacht und Anpassung.

An diesem Programm stimmt alles: das Spiel mit den Requisiten, die Gesangsnummern, das Timing der Szenen. Die Kabarettistin Rosa K. Wirtz mutiert zur Kabaretteuse - ein ganz und gar kurzweiliges, oft verzauberndes Kleinkunst-Ereignis.

Thomas Thieringer, SZ vom 03.11.1998